de Flinthörners
 

 

Uwe Garrels: "Es sind Lausbuben..."

Einen weiteren Höhepunkt der Premiere 2012 lieferte unser Bürgermeister Uwe Garrels mit seiner Rede, die wir freundlicherweise hier veröffentlichen dürfen: 

Moin, liebes Publikum, moin, liebe Flinthörner,

Wenn „de Flinthörners” zur Premiere laden, dann kommen alle. Es kommen die Langeooger, es kommen unsere Gäste. Das tun sie jedes Jahr, also einladen und kommen.

Weshalb kommen sie jedes Jahr? Weil es sich lohnt. Es ist die Lebensfreude, die alle ansteckt, wenn diese Jungs auftreten. Die stehen nicht steif, außer Els und Puppa, die bewegen sich und die singen sich die Seele aus dem Leib. Das bewegt die Menschen im Saal. So bewegen die Einen die Andern. Am Ende haben sie alle eine Träne im Knopfloch und können was erzählen.

Wieso ist dieser Chor anders als andere Shantychöre? Weil es sich um Lausbuben handelt, um einen eigentlich anarchistischen Haufen. Schwarze, rote, gelb-grüne Anarchisten, Piraten ohnehin, und sie sind Angestellten- und Unternehmer-Anarchisten. Freibeuter im Herzen. Andere haben Karneval, diese Jungs haben Übungsabend und alle vierzehn Tage werden sie losgelassen, Manege frei, die Bark „Hoffnung“ legt ab und los geht’s.

Aber sie haben einen mächtigen Gegner. Puppa Peters. Die großen Jungs und die kleine Puppa. Ein ungleicher Kampf. Sie haben nämlich keine Chance, wenn diese neupensionierte Walküre den Blick hebt und mit sparsamster Mimik straft und lobt. Sie kann sogar lächeln, sagt man. Aber sparsam. Dafür wird sie auch nicht bezahlt, denn dann bekäme sie zuviel.

Ihre Kunst ist von anderer Art. Es ist die Disziplinierung anarchistischer Seelen. Die Werkzeuge sind das Akkordeon, die sparsame Mimik und das kleine Selbstgestrickte. Es funktioniert nur, weil es um Musik geht. Melodie und Rhythmus bringen die Bande auf Linie, denn singen und spielen, verkleiden und spinnen, träumen, wagen und gewinnen, das ist eine Lust und das ist tatsächlich anarchisch, eine ganz alte Sache. Das kitzelt diese Dame heraus, ohne mit der Wimper zu zucken. Und dieses Singspiel machen die Jungs gerne mit.

So ein Chor ist ein Gesamtkunstwerk. Er besteht aus allen Sängern und einigen Summern.
Der Ursprung der Flinthörner war der Seglerverein Langeoog. Bis heute sind einige Segler dabei. Nicht verkehrt, wo es sich um Seemannslieder und Shanties handelt. Aber es gibt auch nichtsegelnde singende Köche, summende Bestatter im Sabbatjahr, smarte Ärzte, starke Exmaurer, den sauren Paul, superdraufe Buchhändler und –halter, sogar einen Borkumer, Solotherapeuten wie Winni, süßholzraspelnde Internetschönlinge, Sisisiggi, Sdieter und Speule mit den immer gleichen Clogs. Es gibt die schon erwähnte Superpuppa, die schönen Saalfrauen und es gibt einen Schluss.

Als Bürgermeister komm ich gerne zu Eurer Premiere und ich freue mich als Mensch wie alle anderen hier im Saal auf einen tollen Abend. Gebt alles und haut rein, Jungs.

Uwe Garrels

 
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