de Flinthörners
 

 

Flinthörners - Die Stimme der Insel

Der Langeooger Shantychor de Flinthörners ist am Montagabend in sein Jubiläumsjahr gestartet. "Voice of my Island" hieß eines der neuen Stücke, vorgetragen von Peer Agena. "De Flinthörners" sind eindeutig die "Stimme der Insel", die sich mit einem abwechslungsreichen Programm aus der Winterpause eindrucksvoll zurückmeldete.

Vom ersten Ton im "Mingulay Boat Song" spürte man die Präsenz des Chores, der sich offensichtlich sehr auf die neue Konzertsaison freute, aber auch eine gewisse Anspannung war spürbar. Denn Chorleiterin Puppa Elisabeth Peters hatte ein mitreißendes Programm zusammengestellt, das reich an Höhepunkten war und besonders anspruchsvolle Stücke enthielt. Zudem war "der Winter nicht zuletzt durch 'Insulaner unner sück' kürzer als sonst", stellte der Vorsitzende Raimund Buss zur Begrüßung fest.

Temporeiche fröhliche Stücke sind im Programm ebenso vertreten wie gefühlvolle Balladen, echte Shantys, aber auch Seemanslieder werden gesungen, es gibt deutsche, englische, französische und plattdeutsche Texte, witzige und auch ernste Geschichten.

Die Aufgabe des Eisbrechers übernahm Willy Bollenberg. Mit "The Gals of Dublin Town" riss er das Publikum mit und sorgte gleichzeitig, als er versehentlich mit der zweiten Strophe ins Lied einstieg, für etwas Entspannung bei den Kollegen auf der Bühne. Später wurde er beim lustigen "Sturmlied" von den Gästen mit einem Klatschmarsch belohnt. Darunter befanden sich neben weiteren Ehrengästen auch Landrat Matthias Köring und Heinz Feldmann, Vorstand der Sparkasse LeerWittmund, die "Insulaner unner sück" großzügig unterstützt hatte.

Zwei deutschsprachige Klassiker sang Andreas Canto: Er berichtete von Dunja in "Sewastopol" und weiß genau, was "Auf der Reeperbahn" los ist. Der ganze Saal stimmte ein schunkelte mit.

Einer von mehreren Höhepunkten war das temporeiche "My last Night in Baltimore" von Moderator Gerrit Agena über eine wilde Kneipenschlägerei. Für das Lied hatte Puppa Peters einen ganz besonderen Schluss vorgesehen, der die ganze Konzentration des Chores forderte.

Ein extremes Kontrastprogramm stellte anschließend das gefühlvolle "Waltzing Matilda" von Klaus Kremer dar, die heimliche Nationalhymne Australiens. In der zweiten Hälfte präsentierte er zudem das schnelle französische Walfängerlied "Pique la Baleine".

Kurz vor der Pause hatte die Washhouse Company ihren traditionellen Auftritt, in diesem Jahr begeisterte sie die Gäste mit "Sweet and Low", ursprünglich ein Schlaflied für Kinder, doch an Schlafen mochte bei dem begeisternden Stück im Saal niemand denken.

Neben dem Riverboat-Shanty "Shawnee Town" sang Ralf Preuß zum Jubiläum "Farewell to the Master", eine Hommage an den großen Shantyman Stan Hugill, die er gleichzeitig als Gedenken an die Flinthörners verstanden wissen wollte, "die in den letzten 30 Jahren von uns gegangen sind!"

Ein Seemannslied über Seemannslieder präsentierte Siggi Maurischat mit "In hundert Liedern heißt der Seemann Hein...". In der ersten Hälfte hatte er zuvor bereits viel "Seemannsgarn" gesponnen.

"Pump me Boys, pump me Boys!" - Wie Shantys die Arbeit an Bord unterstützten wurde im Pump Shanty von Harry Schreiber für das Publikum auch optisch deutlich, als Daniel Birgfeld und Andreas Schüler an der Kolbenpumpe die Bark Hoffnung lenzen mussten.

Gleich zwei neue Stücke hat Torsten Meyer für 2015 vorbereitet, neben dem bereits auf dem Neujahrsempfang vorgestellten Shanty über die Strafgefangenen, die in der "Botany Bay" anlandeten, war die Anspannung vor dem weiteren Höhepunkt, dem Trinklied "Pass me the Bowl" im Chor wegen des anspruchsvollen Finales groß, aber ebenso die Freude auf der Bühne, als alles reibungslos geklappt hatte.

Gerrit und Peer Agena hatten zudem im Winter zwei Flinthörners-Klassiker ins Programm genommen, "Rolling down to old Maui" und das plattdeutsche Schmugglerlied mit dem englischen Titel "The Mermaid".

"Welch‘ eine Aufregung und alles umsonst, es hat mal wieder, wie 29 Mal zuvor, alles toll geklappt", lobte Bürgermeister Uwe Garrels die Teamarbeit des Chores und die erkennbare Freude an der Musik. Der Boss sei dabei unumstritten Puppa Peters stellte er neidisch fest: "Puppa, könntest Du mich mal coachen?".

Den zweiten Teil seines Grußwortes hatte er aus Schlagertiteln der weltberühmten Wahllangeoogerin Lale Andersen zusammengestellt, die am Premierenabend 110 Jahre alt geworden wäre. Der Chor sang ihr zu Ehren "Lili Marleen". Für Eva Recker, die vor zehn Jahren das Lale-Denkmal geschaffen hatte, gab es drei Rosen und für Puppa drei Küsse vom Bürgermeister.

Mit „Last Shanty“ als zweiter Zugabe ging das denkwürdige Konzert zu Ende, dabei sollte es aber an diesem Abend nicht der letzte Shanty sein, denn die Anspannung entlud sich in einer langen Premierenfeier im "Shantykeller" mit viel Musik. Die Jubiläumssaison der Flinthörners erlebte einen Start nach Maß.

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